Zukunft hier und jetzt – die Choreographie des Erfolges


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Ich stand in Hamburg an der Elbe. Es lag ein Tag in einem Unternehmen hinter mir, dessen Führungsriege nicht miteinander und gemeinsam ausgerichtet agierte. Vielmehr lähmten sie sich gegenseitig und fanden so zu keinen sinnvollen Entscheidungen. Während ich auf das Wasser blickte, ließ mich eine Frage nicht los: „Was braucht es, damit sie in eine gemeinsame Richtung gehen können?“

Eine Schiffshupe erklang. Ich blickte hoch und sah einen Kahn flussabwärts fahren, während Möwen über den Wellen tanzten, die er erzeugte. Mir wurde beim Anblick der sich in einem perfekten Rhythmus ausdehnenden Wellen spürbar klar: Die Antwort auf die für jedes Unternehmen wichtige Frage hat mit eben einem solchen Rhythmus zu tun, mit Resonanz und Wellen, mit …

 

Happiness ins gemeinsame Wirken bringen

Was denken Sie? Ich denke, dass es schon lange spürbar ist, dass unsere Gesellschaft irgendwie ver-rückt ist, alles wie überdreht erscheint und immer mehr Mensch auch psychisch krank sind. 

In unserer sich mehr und mehr globalisierenden und technologisierenden Welt steht ein Paradigmenwechsel bevor. Die Zeitqualität scheint sich verändert zu haben. In klassisch organisierten Unternehmen scheinen viele Menschen eher in der Reaktion als in der Creation zu sein und als Feuerlöscher zu agieren. Das vorherrschende Leistungsdenken lähmt die Menschen in ihren Leistungsmöglichkeiten mehr, als das es sie anspornt.

Ich war und bin mir der Dringlichkeit bewusst: Wenn wir als Menschen nicht grundsätzlich etwas verändern, dann riskieren wir unser Überleben und unsere Zukunft. Es muss ein anderes Menschenbild her, und weil die Arbeit ein so wichtiger Teil des menschlichen Lebens ist, muss auch ein anderes Unternehmensbild her. Wir brauchen einen Ansatz, der die Vielfalt der menschlichen Gestaltungsmöglichkeiten zum Erblühen bringt, der Happiness und Flow ins gemeinsame Wirken bringt.

 

Choreographie der Zukunft

Der Weg, den ich vor mir sehe, um das zu ermöglichen, ist sehr von den Erfahrungen meiner Ballettzeit geprägt. Nur gemeinsam können im Ballett und im Tanztheater neue Choreographien in der Improvisation und über Ausprobieren entstehen: Jeder entwickelt und kennt seinen Raum, seine Rolle, seine Fähigkeiten. Mit viel Disziplin und einer hohen gemeinsamen Ausrichtung unter Wertschätzung der Fähigkeiten des Einzelnen entsteht dann das fertige Werk als etwas Gemeinsames. 

So durfte ich es bei meiner Ballettlehrerin Gisela Peters-Rohse über 15 Jahre erfahren. Sie forderte und förderte, sie weckte unsere Neugier und das, was in uns steckt. Sie hat für uns Räume für Resonanz aufgemacht, in denen wir unsere Gestaltungsmöglichkeiten entdecken konnten. Sie hat mich dazu inspiriert eine Choreographie der Zukunft zu erkennen: Dadurch dass ich im Tanz ganz im Hier und und Jetzt bin, wird ermöglicht, in eine fließende Bewegung zu kommen und im Miteinander bewusst zu agieren und zu kreieren. Jeder neue Schritt führt harmonisch zum nächsten. Schritt für Schritt gehen wir so auf die Zukunft und unserer Vision von ihr zu.

Und für mich war einer dieser Schritte der Weg hin zu meinem eigenen Unternehmen solutionswaves.

 

Unternehmenschoreographie

Jede Organisation hat ihren eigenen Rhythmus. Das liegt daran, dass es Menschen sind, die sich hier zusammentun. Aber Sie werden das kennen,  nicht jeder Mensch zeigt Rhythmusgefühl. Und so ist das auch in Organisationen: Manchmal, wie im Beispiel am Beginn meines Beitrags, läuft nichts recht zusammen. Die Menschen stehen sich gegenseitig mehr im Weg, als dass sie sich gegenseitig unterstützen.

Und ich bin davon überzeugt: Jeder Mensch hat ein Rhythmusgefühl, es muss nur der Raum dafür geschaffen werden, der es ermöglicht, dass er es ausleben kann. Denn Musik und Tanz sind die Schöpfungen des Menschen, sie gehören zu ihm. Von Kindesbeinen an. Musik und Tanz vereinen Menschen. Es sind wandelbare Ausdrucksformen, die von allen Sprachgemeinschaften verstanden werden. Tanz und Musik ist ein Mittel um die Gemeinschaft zu schaffen, über Religion und Sprache hinaus. Es wird überall getanzt. Musik gemacht und getanzt.

Wenn ich also in eine Organisation gerufen werde, dann finde ich den Rhythmus des Unternehmens, und dadurch dass ich mit den Menschen in Improvisation und Innovation gehe, entsteht eine neue Unternehmenschoreographie, durch welche Co-Creation möglich wird.

 

Co-Creation

Mein Ziel, das ich an jenem Tag am Elbeufer vor Augen hatte, und das dann auch bei der erwähnten Führungsriege zum Erfolg führte, war: Finde den Stein des Anstosses, der einem System, einem Team, eine neue Richtung gibt. Der eine produktive Resonanz erzeugt und dafür sorgt, dass sich die Menschen in einer Organisation anders bewegen und  in einen gemeinsamen Rhythmus kommen. 

Das geht nicht über den Kopf. Deswegen ist Theorievermittlung nicht der Weg, den eine Choreographie des Erfolges einschlägt. Hier greifen auch die durchaus interessanten und auch hilfreichen Ansätze und Tools aus zum Beispiel Scrum, Design Thinking und Co. zu kurz. Allein ihre Nutzung führt nicht zu einer Verhaltensänderung. Haltung und Verhalten entsteht durch all das, was wir erlernen, was wir erfahren. Wirkliche Co-Creation ist erst dort möglich, wo die Menschen erfahren haben, wie kraftvoll sie durch das gemeinsame Wirken für den Kunden oder für ihr Ziel werden. Wenn sie den Flow spüren, der entsteht, wenn die Neugier und die Begeisterung für das gemeinsame Wirken geweckt ist. Und dafür, Menschen und Organisationen diese erfüllende Erfahrung, die den Raum für bewussten Wandel öffnet, zu ermöglichen, dafür brenne ich.