Transformation von Organisationen – Lösungsfokussierung Teil 2

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Kennen Sie das auch? Überall lesen Sie von Komplexität, der VUCA-Welt, die es zu händeln gilt. Sie lesen von Scrum, Kanban, New Work und Co., von der notwendigen Transformation Ihrer Organisation. Und möglicherweise haben Sie sich auch schon auf den Weg gemacht, agil zu werden, auf „Augenhöhe“ zu agieren und Strukturen zu verändern – immer noch im Top-Down-Prozess …

Hmm, und wie sieht es bei Ihnen mit dem Erfolg aus? Möglicherweise bleibt er aus. Ja, er zeichnet sich noch nicht mal am Horizont ab. Was also tun?

 

No Time for Transformationen

Im „normalen“ Arbeitsalltag lässt sich eine Transformation von Organisationen nicht realisieren. 

Wann sollten Sie und Ihre Mitarbeiter das auch schaffen, sich die Zeit zu nehmen? Keine Chance!!! Also resignieren, auf die Außendynamik bestmöglich reagieren und das Risiko eingehen, irgendwann nicht mehr reaktionsfähig zu sein?

Das kann es auch nicht sein, denn viele von uns spüren, dass bewusst hervorgebrachter Wandel dringlicher ist denn je. Dass wir vor disruptiven Veränderungen stehen, die ein neues, uns noch größtenteils unbekanntes Denken und Handeln erfordern. Und schließlich, dass wir uns in einem längst stattfindenden Paradigmenwechsel von „kompliziert“ zu „komplex“ befinden. 

In komplexen Kontexten hilft das Planen nicht mehr – Expertenwissen nur bedingt. In einer komplexen Welt lassen sich Herausforderungen nur durch Experimente, Beobachtungen, Erkenntnisse und Reaktionen lösen. Das gilt auch und gerade im unternehmerischen Kontext.

Keine Zeit für die notwendige Transformation, um Ihre Organisation fit für die Komplexität der Zukunft zu machen? Was also können Sie tun?

 

Organisationen im Hier und Jetzt

Und genau hier kommt die Lösungsfokussierung in Organisationen ins Spiel. Denn die Lösungsfokussierung lädt zu einer iterativen, experimentellen und erfahrungsbasierten Arbeitsweise ein. Sie eröffnet ein Transformationssystem, das in den unterschiedlichsten Kontexten wirksam und skalierbar ist: von Einzelcoachings über das Teambuilding über die Strukturen und Arbeitsweisen in einer ganzen Organisation – und sogar in der Arbeitsweise zwischen Organisationen.

Denn Lösungsfokussierung bedeutet von der idealen Zukunft her zu denken, die ideale Zukunft ins JETZT zu holen, losgelöst von der Vergangenheit und doch auch wieder aufbauend auf nützlichen Erfahrungen und Funktionierendem.

Und die ideale Zukunft wird mit der Lösungsfokussierung ins JETZT geholt, in dem Sie ihr peu à peu und am besten täglich achtsam und bewusst entgegengehen.

Daraus ist der solutionwaves-framework entstanden:

  1. Die ideale Zukunft der Organisation
  2. Transparenz und Sichtbarkeit
  3. Auf Möglichkeiten und Funktionierendes fokussieren
  4. In kleinen Schritten der gewünschten Zukunft entgegengehen und regelmäßig reflektieren
  5. Agile und lösungsfokussierte Prinzipien nach und nach einführen


Der solutionwaves-framework

  1. Die ideale Zukunft der Organisation

Zukunftsfähige Organisationen orientieren sich nicht an vorgegebenen, langfristigen Zielen. Vielmehr gilt es die Menschen einer Organisation gemeinsam zu ihrem idealen Zukunftsbild, zu ihrer gemeinsamen Vision zu geleiten, das Bild miteinander entstehen zu lassen und nicht vorzugeben. 

Ein Bewusstsein und ein gemeinsames Verständnis über die Existenzberechtigung, den Daseins-Zweck der Organisation ist dafür mehr als nützlich. Hilfreiche Fragen können sein: Was möchten wir in die Welt bringen? Wozu treten wir gemeinsam an? Was ist unser Beitrag? 

Und mal angenommen, wir bringen diesen Beitrag bestmöglich in die Welt, was erreichen wir damit? Wie arbeiten wir zusammen? Wie und mit wem kommunizieren wir?

Lassen Sie ein lebendiges, anziehendes Bild entstehen. Definieren Sie die Unternehmensidentität und -strategie. Wenn das definiert und dazu ein gemeinsames Verständnis in der Organisation erlangt ist, können (selbstorganisierte) Teams darauf ebenso ihre Vision, ihren Beitrag zur Erreichung des Zwecks entwickeln, wie der Einzelne, stets ausgerichtet auf die Unternehmensidentität und Strategie.

Aus den jeweiligen Visionsbildern und der Klarheit über den Daseins-Zweck lassen sich dann die nächsten kleinen Schritte ableiten, definieren und priorisieren. 

  1. Transparenz und Sichtbarkeit

Sichtbarkeit der kleinen Schritte und aktuellen Arbeiten lässt sich durch ein analoges oder digitales Teamboard erreichen. Dazu ist ein Basisverständnis von Kanban nützlich, mit dem es den Teams einfacher möglich wird, die Aufgaben zu priorisieren und sich auf das Wesentliche auch im Arbeitsalltag zu fokussieren. 

Außerdem wird mit einem Teamboard transparent, wer welche Verantwortungen und Aufgaben übernommen hat und, sollte es mal zu Engpässen der zeitlichen Ressourcen kommen, wird auch dies schnell sichtbar und andere Teammitglieder können unterstützen.

  1. Auf Möglichkeiten und Funktionierendes fokussieren 

Stellen Sie sich einmal vor, in Ihrem Unternehmen fokussieren alle auf Möglichkeiten, auf das Funktionierende. Was können da für Ressourcen freigesetzt werden! 

Oft fokussieren wir aber mehr auf das, was nicht funktioniert, auf die aufkommenden „Probleme“, und das hat eine Wirkung in der Organisation: Burn out, Frustration, innere Kündigung … Wenn Sie nun die Perspektive konsequent ändern, die Menschen in ihren Stärken und Talenten wahrnehmen, die kleinen Erfolge wahrnehmen und beobachten, dann wird sich die Perspektive weiten und alle können eher Möglichkeiten und Lösungswege sehen und erkennen. 

Und nein, das hat nichts mit rosaroter Brille zu tun und damit, Herausforderungen nicht mehr wahrnehmen. Es hat etwas damit zu tun, dass, wenn Ihnen Herausforderungen begegnen, Sie ein Bewusstsein für all die kraftvollen und nützlichen Ressourcen in Ihrem Unternehmen haben und Lösungswege und Möglichkeiten sich schneller auftun können.

  1. In kleinen Schritten der gewünschten Zukunft entgegengehen und iterativ reflektieren 

Im Rahmen einer Review werden die aktuell erledigten Aufgaben, die kleinen gegangenen Schritte reflektiert im Sinne von: Sind wir auf dem „richtigen“ Track? Welche Innen- und Außendynamiken begegnen uns aktuell? Was funktioniert? Was gilt es möglicherweise anzupassen? Was ist der nächste kleine Schritt? 

Die Retrospektive dient zusätzlich dazu, auch die Zusammenarbeit zu reflektieren und ggf. anzupassen bzw. weiterzuentwickeln. Was schätzen wir an unserer Zusammenarbeit? Was läuft gut? Was funktioniert noch nicht? Welche Ideen zur Veränderung haben wir? Was möchten wir beibehalten? 

Jeder Veränderungswunsch wird als ein Entwicklungsziel, als eine gewünschte Zukunft formuliert und mit möglichst konkreten kleinen Umsetzungsschritten versehen. 

Kleine Schritte aus Review und Retrospektive kommen wieder auf das Teamboard, werden von den Teams priorisiert und Step by Step in die Realität gebracht. So entsteht ein interaktiver Prozess, der auf Dauer in einen kontinuierlichen Lernprozess mündet und die Kultur im Miteinander nachhaltig verändert. 

Als Transformationsbegleiter sind wir hier gefragt, die Begegnung untereinander und die Auseinandersetzung mit sich selbst wertschätzend zu ermöglichen und zu vertiefen, um die tiefgründigen Entwicklungsprozesse der Mitarbeitenden zu adressieren. Denn organisationale Transformation geht immer auch einher mit einer persönlichen Transformation.

  1. Agile und Lösungsfokussierte Prinzipien nach und nach einführen

Im Laufe des Transformationsprozesses werden die Teams immer mehr in den lösungsfokussierten und agilen Basisprinzipien qualifiziert. Dies geschieht überwiegend über die eigene Erfahrung sowie die daraus gewonnen Erkenntnis, die ein Bewusstsein für „neue“ Ergebnisse“ schafft. Ebenfalls entstehen oft Diskurse über die Prinzipien zu Ressourcenorientierung, Mut, Offenheit, Fokus und Respekt. 

In dieser Phase ist es wichtig, dass wir als Transformationsbegleiter den Menschen nur ein Grundverständnis anbieten und die Teams aus den Prinzipien selber für SIE stimmige Prozesse und Rollen entwickeln. 

Dadurch wird es möglich, dass die Teams sich intensiv damit auseinandersetzen, eine eigene Haltung und ein Grundverständnis über die Wirkmechanismen agiler, lösungsfokussierter Arbeit entwickeln. Dies eröffnet den Raum, dass sie in ihre Gestaltungskraft kommen und nicht in alte hierarchische Muster zurückfallen. 


Für die Transformation relevante Lernziele

Auf dem gerade skizzierten Weg werden zwei für eine Transformation relevante Lernziele ermöglicht:

Führungspersonen und Teammitglieder erlernen neue Fähigkeiten und Kompetenzen im Sinne von lösungsfokussierten und agilen Arbeitsweisen, Tools und Prozessen und wenden diese Fähigkeiten an (Lernziel 1).

Durch die damit gemachten Erlebnisse und Erfahrungen gelangen diese zu neuen Erkenntnissen. Oft ändern sie ihre innere Haltung und ihre Selbstreflexions- und Wahrnehmungsfähigkeit (Lernziel 2).

Und so bleibt der Transformationsprozess durch Lösungsfokussierung nicht auf den engeren Organisationsbereich beschränkt. Denn die beschriebenen Lerneffekte können zur Folge haben, dass sich Ihre Sicht auf die Welt und Ihr Verhalten grundlegend ändern kann. Somit wird Ihnen ein umfassenderer Blick auf eine komplexer werdende Welt ermöglicht – und zwar Hier und Jetzt. Das ist Ihre Chance, Ihre Organisation fit für die Komplexität der Zukunft zu machen.